Köhlbrandtreppe – Metallrestaurierung im Denkmalschutz in Hamburg

Die 1887 eingeweihte Köhlbrandtreppe in Hamburg-Altona verbindet die Oberstadt mit dem Elbufer. Jahrzehntelang nutzten täglich tausende Arbeiter diese Anlage auf ihrem Weg zu den Hafen- und Gewerbebetrieben am Elbufer.

Am Fuße der Treppe befindet sich ein Brunnen. Die Wandfläche ist mit den Wappen von Altona und Preußen sowie einer Rolandfigur geschmückt. Darüber sind die beiden Gottheiten Merkur und Neptun als Symbole für Handel und Seefahrt dargestellt.

Heute zählt die Anlage zu den bedeutenden historischen Bauwerken der Hamburger Stadtgeschichte.

Schadensanalyse und Restaurierungsbedarf

Im Zuge einer umfassenden Sanierung im Jahr 2018 wurden die historischen Metallarbeiten der Anlage untersucht. Die Arbeiten betrafen rund 70 Laufmeter Brüstungs- und Treppengeländer, zwei Maueranker, zwei Fahnenmasten sowie acht Kandelaber.

Viele der mit Nieten und Bunden gefügten Bauteile waren stark korrodiert. Rostaufweitungen hatten einzelne Konstruktionsteile auseinander gedrückt und die Stabilität der Geländer teilweise erheblich beeinträchtigt. Zudem waren im Laufe der Jahre mehrere Zierelemente verloren gegangen.

Untersuchung und Restaurierungskonzept

Die Restaurierungsarbeiten wurden denkmalpflegerisch vorbereitet und dokumentiert.

Die Untersuchung umfasste:

  • Bestandsaufnahme der Schadenssituation an Geländern und Metallbauteilen

  • Dokumentation der historischen Konstruktion und Fügetechniken

  • Fotodokumentation vor, während und nach den Arbeiten

  • Restaurierungskonzept für rund 1.100 Schad- und Fehlstellen

  • Planung und Kalkulation der Restaurierungsmaßnahmen

Restaurierung und handwerkliche Ausführung

Zu Beginn der Arbeiten wurden die Geländer aus den Treppenläufen demontiert. Alte Bleivergüsse wurden vollständig entfernt und umweltgerecht entsorgt. Anschließend wurden Altbeschichtungen und Korrosion mithilfe materialschonender Strahlverfahren abgetragen.

Fehlstellen wurden mit passenden Materialien ergänzt und unter Verwendung der bauzeitlichen Fügetechniken instand gesetzt. Fehlende Ornamente konnten anhand erhaltener Originalelemente abgeformt und detailgetreu rekonstruiertwerden.

Zum Abschluss erhielten die Geländer eine fünfschichtige Korrosionsschutzbeschichtung auf Leinölbasis. Der Wiedereinbau erfolgte traditionell mittels Bleiverguss und Verstemmen in den Treppenstufen.

Restaurierung durch Schmiede Lehmann

Die Arbeiten wurden von der Schmiede Lehmann in Hamburg unter der Leitung von Schmiedemeister Johannes Rienhoff ausgeführt. Als geprüfter Restaurator im Schmiedehandwerk verbindet er traditionelle Schmiedetechniken mit restauratorischem Fachwissen.

Erhalt eines Hamburger Kulturdenkmals

Durch die denkmalgerechte Metallrestaurierung konnten die historischen Geländer und Metallarbeiten der Köhlbrandtreppe langfristig gesichert werden und bleiben als Teil der Hamburger Stadtgeschichte erhalten.